(c) by Popcorn, dem Magazin aus NRW

Download Demoversion zum Hersteller Drucken Beitrag

Electronic Arts

Battlefield 2

 

Wie gehabt kann man sich auch bei dem Nachfolger von Battlefield - Battlefield 2 entweder als Einzelspieler ins Gefecht stürzen oder gleich im Multiplayer über das LAN oder das Internet mit menschlichen Gegnern messen. So kann auf 16-, 32- oder gar 64-Spieler-Karten Krieg gespielt werden - mit fast allem, was das moderne Militärarsenal hergibt: Angefangen von leichten Jeeps, Schützenpanzern, Kampfpanzern, Schnellbooten, diversen Transport- und Kampfhubschraubern bis hin zu Jagdbombern steht so ziemlich alles auf den Karten herum, womit dem Gegner Schaden zugefügt werden kann.

Insgesamt gibt es rund 30 Fahrzeuge und 50 verschiedene Waffen, die allerdings nicht sofort zur Verfügung stehen, sondern erst freigeschaltet bzw. durch ein Punktesystem erworben werden müssen. Die Karten passen sich in ihrer Größe der Zahl der Mitspieler an. Dadurch entsteht nicht so schnell eine derartig qualvolle Enge, in der das Überleben nur noch Glückssache ist. Gleichermaßen werden die Maps nicht so groß, dass die Spieler sich nicht mehr treffen.

Im Spiel wählt man aus verschiedenen Klassen wie Sturmsoldat, Scharfschütze, Pionier, Spezialeinheit und Versorgungssoldat die gewünschte aus - daraus ergibt sich die spezifische Bewaffnung und eigentlich auch die Aufgabe des Spielers. Doch wie so oft bei Onlinespielen finden sich zwei Spielertypen wieder: Die einen versuchen auf Teufel komm raus den Krieg alleine zu gewinnen und die anderen verbünden sich und nutzen die jeweiligen Besonderheiten der Waffen und Spielfiguren geschickt aus. Welche Methode Erfolg versprechender und Spielspaßfördernder ist, kann man sich ausrechnen.

Zwar ist im Spiel die Luftüberlegenheit nicht lange aufrechtzuerhalten, doch sind die Teams, die die wirklich sehr hakelige Steuerung von Hubschraubern und Jets beherrschen, klar im Vorteil. Der neue Commander-Modus erlaubt es einem von den Mitspielern auserkorenen Anführer, mit taktischen Maßnahmen für mehr Spielspaß zu sorgen. Dem Kommandeur stehen Artillerie-Einsätze sowie mehrere Aufklärungsmodi per Satellit bzw. unbemannte Aufklärungsdrohnen zur Verfügung, mit denen er den Gegner ausspionieren kann. Squad-Leader führen hingegen ein kleines Team von Soldaten in den Kampf.

Natürlich ist es dem Commander auch möglich, die einzelnen Teammitglieder bzw. Squads zu kontaktieren, um ihnen Anweisungen zu erteilen. Die Mitspieler können sich untereinander auch per Sprachübertragung verständigen, um im Eifer des Gefechtes die Hände nicht von der Tastatur nehmen zu müssen. Die Steuerung ist im Prinzip die gleiche geblieben - leider auch bei den Luftfahrzeugen, die man mit Maus und Tastatur gerade als Einsteiger denkbar schlecht steuern kann. Sehr gut hingegen funktioniert die Kommunikation mit Voreingestellten Befehlen, die mit einem Tastendruck in Form eines Kranzes aufgerufen und dann schnell ausgewählt und übermittelt werden können.

Die Kampfszenerien sind größtenteils in kargen Gebirgs-, Wüsten- und üppigen Flusslandschaften angesiedelt und mit zahlreichen Gebäuden wie Kraftwerken, Ölspeichern, urbanen Bauten und mit einer recht aufwendigen Vegetation ausgestattet. Das teilweise mit extremen Höhenunterschieden gestaltete Terrain erlaubt es beispielsweise Hubschraubern, ihre spezifischen Vorteile auszunutzen, ohne allzu schnell Opfer von Gegenmaßnahmen zu werden.

Die Tonuntermalung ist zwar nicht besonders opulent, geht dafür aber auch nach stundenlangem Spiel nicht allzu sehr auf die Nerven und kann natürlich auch separat abgeschaltet werden - so dass VoiceMessaging immer noch möglich ist.

Die Grafik ist gut gemacht und nutzt auch Wasser- und Explosionseffekte ausgiebig, um ein ansprechendes Gameplay zu ermöglichen. Hier und da entstehen allerdings ärgerliche Fehler - so werden in seltenen Fällen Teammitglieder als Feinde rot dargestellt, was natürlich schnell dazu führt, dass man wegen mehrerer Teamkills angemotzt oder gleich gekickt wird.

Die Ladezeiten der Maps sind allerdings selbst auf schnellen Rechnern deutlich zu hoch. Hier und da stürzt das Spiel leider auch ohne Fehlermeldung sang- und klanglos ab oder wechselt ohne Zutun auf den Windows-Desktop. Diese Probleme wird man vermutlich mit steigender Patch-Reife nach und nach in den Griff bekommen können. Nicht zu unterschätzen sind jedoch gerade für diejenigen, die volumenbasierte Tarife nutzen, die hohen Datenmengen, die das Spiel überträgt. Im Test waren es pro Stunde ungefähr 70 MByte. Außerdem sind die Hardware-Anforderungen recht hoch.

######################################################################################

Grafik und Sound:

Optisch sind die abwechslungsreichen Karten sehr gut gelungen. Nicht unbedingt wegen übermäßiger Effekthascherei. Vielmehr haben es die Leveldesigner verstanden die Elemente authentisch in Szene zu setzen, so dass man sich schnell von der Atmosphäre einfangen lässt. Allerdings sorgt die manchmal zu geringe Sichtweite für Abstriche in der grafischen Traumnote. In Sachen Sound gibt es zwei Seiten der Medaille: Die Musikuntermalung ist vorzüglich gelungen, die Soundeffekte von Waffen und Kriegmaschinerie wirken dagegen leider etwas blass.

Fazit:

Battlefield 2 ist für jeden Fan der Serie ein Muss. Die Neuerungen wie die Commander-Funktion machen Sinn und erhöhen den Spielspaß und die taktischen Möglichkeiten enorm. Neulinge sollten unbedingt die Demo ausprobieren, bevor sie sich ins Schlachtgetümmel stürzen. Technisch präsentiert sich Battlefield 2 auf einem hohen Qualitäts- aber leider auch auf einem sehr hohen Anforderungsniveau: 512 MByte RAM sind das absolute Minimum, ab 1,5 GByte sind die Ladezeiten erträglich. Auch ein schneller Prozessor ist wichtig: erst ab zirka 3 GHz in Verbindung mit einer Grafikkarte der aktuellen Generation gibt es Spielspaß in hohen Details. Zudem zwingen Entwickler Digital Illusions noch einige Balance-Ungereimtheiten bei Waffen und Schadensmodell in die Patch-Überstunden.