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Bräuche in anderen Ländern


1.) Italien

Kinder in Italien werden am 6. Januar beschenkt, an dem die gute Hexe, "La Befana" auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt und braven Kindern Geschenke bringt, bösen allerdings nur Kohlestücke. La Befana soll sich der Legende nach zu spät auf den Weg zur Krippe aufgemacht haben und verpasste den Stern. Seitdem irrt sie auf der Suche nach dem Christkind umher und hinterlässt in jedem Haus Geschenke, in der Hoffnung, dort das Christkind zu finden.

Die italienische Weihnachtszeit beginnt am 6. Dezember mit San Nicola, der allerdings nicht wie in Deutschland oder Österreich persönlich in Erscheinung tritt, sondern seine Geschenke nur an die Tür des Schlafzimmers hängt.


2.) Spanien

Die Adventszeit in Spanien ist eine sehr besinnliche und ruhige Zeit. Erst in der Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar, der auch hier das Ende der Weihnachtszeit bedeutet, wird ordentlich gefeiert. Der Auftritt des Köhlers der auf den Schultern der Einwohner in die Dörfer getragen wird, ist einer der wichtigsten traditionellen Bräuche, die in Spanien nicht fehlen dürfen. Zwischen dem 30. Dezember und dem 1. Januar findet die Fiesta de la Coretta statt, die ganz im Zeichen des Holzes steht, eine Kiefer wird gefällt und reich geschmückt durch die Orte und Städte getragen.


3.) Griechenland

Am 24. Dezember ziehen die Kinder mit Trommeln und Glocken durch die Strassen und singen dazu die sogenannte Kalanda, Lobgesänge, die Glück bringen sollen. Dafür bekommen sie kleine Geschenke. Zwölf Nächte durchgehend werden zum Schutz vor Kobolden, Weihnachtsfeuer entzündet. Die tatsächlichen Geschenke werden in der Nacht zum 1. Januar vom heiligen Vassilius den Kindern vor ihr Bett gelegt. Die Erwachsenen bekommen einen Weihnachtskuchen, in den eine Goldmünze eingebacken ist. Wer die Münze findet, hat der Legende nach das gesamte Jahr über Glück.


4.) England

Der Weihnachtsmann, in England Santa Claus, bringt traditionsgemäß in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke und stopft sie in die am Vorabend am Kaminsims aufgehängten Strümpfe. Erstaunlich ist, dass sich die sonst eher konservativen Engländer während des Weihnachtsessens Papierhütchen aufsetzen und Knallbonbons platzen lassen!

Der Plumpudding und "Gregor", der mit Brot und Hackgemisch, sauren Äpfeln und Pflaumen gefüllte Truthahn, darf allerdings in keinem Haus fehlen.

Am 6. Januar klingelt "Mari Lwyd" an den Haustüren und stellt den Kindern Fragen. Können diese die Fragen nicht beantworten, und damit wird England um einen zusätzlich äußerst erstaunlichen Brauch bereichert, werden sie von Mari Lwyd gebissen und daraufhin verköstigt.


5.) Polen

Traditionell ist Advent eine wichtige Zeit in Polen. Die Kirchen öffnen schon jeden Morgen um 6.00 Uhr. Wundervoll geschmückte Weihnachtsbäume, die man überall in der Öffentlichkeit bewundern kann , werden mit außergewöhnlichen Dingen, wie handgefertigten Spielzeugen und Sternen geschmückt. Die Bäume bleiben bis 2. Januar stehen.

Während des Advent wandern Sternsinger durch die Stadt und singen Weihnachtslieder. Heiligabend ist naturgemäß der wichtigste Teil der polnischen Weihnachtszeit, an dem die meisten Bräuche ausgeführt werden. Tagsüber wird in Polen vor dem Weihnachtsmahl gefastet. Das Weihnachtsessen selbst beginnt mit dem Lesen des Weihnachtsevangeliums und besteht meistens aus Suppe und einem darauffolgenden Fischgericht. Der wichtigste Bestandteil aber sind die Weihnachtsoblaten. Das Teilen dieser Oblaten symbolisiert, dass die Familie bereit ist, auch in Zukunft alles miteinander zu teilen, es ist eine Geste der Liebe und Versöhnung


6.) Russland

Aufgrund des Julianischen Kalenders bringt Väterchen Frost den Kindern erst am 7. Jänner die Geschenke, wobei er von Schneeflocke und Babuschka begleitet wird. Dabei werden sie mit viel Musik und Kuchen mit Herzapplikationen empfangen. Jedes Herz steht für einen Wunsch, der in Erfüllung gehen soll.

Die Weihnachtszeit erstreckt sich bis zum 11. Januar und leitet gleichzeitig das neue Jahr ein. Zur Zeit der Zarenherrschaft war der Christbaum noch luxuriöse Extravaganz adliger Salons, später allerdings war er auch in gewöhnlichen Häusern zu finden.

Bei den Nichtchristen setzt sich die Tanne als Mittelpunkt der Bescherung erst in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts durch. Freunde und Verwandte treffen sich zum großen Festessen mit Grütze, Gans, Hammel- und Schweinefleisch. Man trinkt Tee und Wodka, erzählt Geschichten und feiert fröhlich und ausgelassen.


7.) Mexico

Feliz navidad! So wünscht man sich frohe Weihnachten in Mexiko. Vor zirka 300 Jahren brachten die spanischen Eroberer mit dem Katholizismus auch den Weihnachtsbrauch nach Mexiko. Selbst heute wird dieser Brauch mit den ursprünglichen heidnischen Festen vermischt. Bunte und laute Umzüge, mit viel Trubel und Feuerwerk, die sogenannten psadas, die die Herbergssuche nachstellen, bestimmen das weihnachtliche Straßenbild.

Ein für Kinder besonders wichtiger Teil des Festes ist die Pinata, ein mit Sternen und Figuren dekoriertes Tongefäß, gefüllt mit Früchten und Süßigkeiten. Die Pinata wird aufgehängt, damit die Kinder mit verbundenen Augen versuchen können, den Topf zu zerschlagen und damit an die Leckereien zu kommen.

Am 24. Dezember versammeln sich alle Familien um Mitternacht vor der Kirche, wo Freudenfeuer und Feuerwerkskörper abgebrannt werden und die Mitternachtsmette mit dem Blumentanz – dem "Baile de la Flor" – begonnen wird.


8.) Kenia

Am Heiligen Abend trifft man sich im Kreis der Familie zu einem großen Festmahl. In Kenia sind es vor allem die Kinder, die verantwortlich sind, das Haus für die Weihnachtsfeierlichkeiten zu dekorieren, zu reinigen und das Weihnachtsessen für

den 25. Dezember vorzubereiten. An diesem Tag wird frühmorgens eine Ziege geschlachtet und unter den Familienmitgliedern aufgeteilt. Nach dem Weihnachtsessen wird von Haus zu Haus gegangen, um sich gegenseitig fröhliche Weihnachten zu wünschen und die Geschenke zu verteilen. Das Fest selbst klingt in ausgelassenem Rahmen aus, indem bis in die frühen Morgenstunden gefeiert und getanzt wird.